Drehstuhl-Induktion

30 Sekunden im Stuhl drehen, um Schwindel zu erzeugen, dann bei der Empfindung bleiben.

Why it works

Drehen aktiviert das vestibuläre System und erzeugt Schwindel – eine der Empfindungen, die von panikgefährdeten Menschen am häufigsten als Zeichen eines drohenden Zusammenbruchs oder Kontrollverlusts fehlgedeutet wird. Wiederholtes Auslösen in sicherer Umgebung, ohne katastrophisierende Geschichte, trainiert das Gehirn, vestibuläre Störung als harmlos einzustufen. Der Mechanismus ist identisch mit Exposition bei jeder Phobie: vorhersehbarer, nicht-katastrophaler Kontakt mit dem gefürchteten Reiz senkt dessen Bedrohungswert.

How to do it

  1. Setz dich in einen Drehstuhl mit Platz um dich herum.
  2. Drehe dich 30 Sekunden lang, dann halte an.
  3. Halte die Augen offen und bleib sitzen, während der Schwindel da ist.
  4. Bewerte die Belastung alle 30 Sekunden, bis sie zur Ausgangslage zurückkehrt.
  5. Wiederhole, bis die Anfangsbelastung sich in etwa halbiert.

Evidenz

Drehen ist eine der Standard-Symptominduktionsübungen in interozeptiven Expositionsprotokollen; sie ist Teil des validierten MAP-Protokolls (Mastery of Your Anxiety and Panic) mit guten Wirksamkeitsdaten. (clinical)

Nicht geeignet bei Gleichgewichtsstörungen, Innenohrerkrankungen oder starker Übelkeit. Mit kürzeren Dauern beginnen und bei diagnostizierter Panikstörung klinische Begleitung nutzen.

Häufiger Fehler

Sich am Stuhl festklammern oder sich gegen den Schwindel stemmen – ein Sicherheitsverhalten, das verhindert, dass das Gehirn lernt, die Empfindung auch ohne Halt ertragen zu können.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Interozeptive Exposition bei Panik

Verwandte Konzepte