Sorgen als Experiment aufschieben, um Kontrollierbarkeit zu testen

Verschiebe eine Sorge bewusst um 30 Minuten, um dir selbst zu beweisen, dass Sorgen kontrollierbarer ist, als du glaubst.

Why it works

Die negative Meta-Überzeugung "Ich kann meine Sorgen nicht kontrollieren" wird durch das Aufschub-Experiment verhaltensbezogen getestet: Wenn du eine Sorge aufschieben kannst, und sei es kurz, ist das direkter Beleg dafür, dass die Sorge kontrollierbar ist. Das Experiment zielt nicht darauf ab, Sorgen zu reduzieren — es sammelt Belege gegen die Unkontrollierbarkeits-Überzeugung, die den Sorgenkreislauf aufrechterhält.

How to do it

  1. Wenn eine Sorge auftaucht, erkenne sie an: "Ich bemerke diese Sorge über X."
  2. Setze einen konkreten Aufschub fest: "Ich werde um 18 Uhr darüber nachdenken." Schreibe es auf.
  3. Kehre zur aktuellen Aufgabe zurück. Sieh dir um 18 Uhr deine Liste an — und bemerke, wie viele der Sorgen noch genauso dringend wirken.

Evidenz

Sorgenaufschub (Reizkontrolle für Sorgen) hat eigene Evidenz aus kontrollierten Studien von Borkovec; die MCT-Rahmung als Meta-Überzeugungs-Experiment statt als Symptommanagement-Werkzeug ist Wells' spezifischer Beitrag und wird durch MCT-Studien gestützt. (rct)

Das Aufschub-Experiment ist gut belegt; ob speziell die Meta-Überzeugungs-Rahmung (gegenüber einfachem Aufschub als Symptommanagement) eigenständigen Nutzen bringt, wurde nicht separat geprüft.

Quellen

  • Wells (2009), metacognitive therapy for anxiety and depression — the uncontrollability experiment

Häufiger Fehler

Den Aufschub als Unterdrückungswerkzeug zu nutzen ("ich kümmere mich später darum, jetzt höre ich auf, daran zu denken") statt als Kontrollierbarkeitstest — die Lehre ist "Ich konnte kontrollieren, wann ich mir Sorgen mache", nicht "Ich habe das Sorgen vermieden".

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