Situative Aufmerksamkeitsverlagerung: vom Selbst zur Situation

Lenke in angstauslösenden Situationen die Aufmerksamkeit aktiv nach außen — auf die Aufgabe, die andere Person, die Umgebung.

Why it works

Selbstfokussierte Aufmerksamkeit in sozialen und Leistungssituationen entzieht der Aufgabe kognitive Ressourcen und erzeugt zudem ein verzerrtes, bedrohungsgeprägtes Selbstbild (man stellt sich vor, wie man wirkt, basierend darauf, wie ängstlich man sich fühlt, nicht darauf, wie man tatsächlich erscheint). Die Aufmerksamkeit auf die äußere Situation zu lenken verbessert sowohl tatsächliche als auch wahrgenommene Leistung, weil der Bedrohungsüberwachungs-Kreislauf durchbrochen wird.

How to do it

  1. Setze vor einer sozialen oder Leistungssituation eine ausdrückliche Aufmerksamkeitsabsicht: "Ich werde mich auf die Worte und Reaktionen der anderen Person konzentrieren, nicht darauf, wie ich wirke."
  2. Sobald du während der Situation bemerkst, dass sich deine Aufmerksamkeit wieder nach innen richtet (auf Anzeichen von Angst achten, die eigene Stimme überwachen), lenke sie bewusst wieder nach außen.
  3. Überprüfe nach der Situation: Was weißt du tatsächlich, basierend auf äußerer Evidenz, statt auf innerer Empfindung, darüber, was geschehen ist?

Evidenz

Der Wechsel von innerem selbstfokussiertem zu äußerem aufgabenfokussiertem Fokus ist ein Kernelement von Clark und Wells' kognitivem Modell sozialer Phobie und hat experimentelle Unterstützung: äußerer Fokus reduziert Angst, verbessert die Leistung und korrigiert das verzerrte Selbstbild. (rct)

Die meiste Evidenz stammt aus der Forschung zu sozialer Phobie; die Übertragung auf andere Leistungskontexte wird klinisch angenommen, hat aber weniger direkte experimentelle Unterstützung.

Quellen

  • Wells et al. (1995), social phobia: the role of in-situation safety behaviours in maintaining anxiety and distorted self-imagery, Behavior Therapy

Häufiger Fehler

Äußeren Fokus als Unterdrückungsstrategie zu nutzen — zu versuchen, sich nicht ängstlich zu fühlen, indem man nach außen schaut — statt als echte Engagementstrategie, was die Verbesserungen bei Aufgabenqualität und Selbstbild verfehlt, die die Technik eigentlich wirksam machen.

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