Naiver Realismus: Warum jeder denkt, er sähe die Dinge, wie sie sind

Die Illusion direkter Wahrnehmung — und die Praktiken, die ihren Griff lockern

Was ist naiver Realismus und warum schürt er Konflikte?

Naiver Realismus ist die nahezu universelle Überzeugung, die Welt direkt und akkurat wahrzunehmen, sodass jeder, der widerspricht, folglich voreingenommen, uninformiert oder irrational sein muss. Identifiziert von Lee Ross und Andrew Ward, ist die Verzerrung in der Sozialpsychologie gut belegt und liegt einer Vielzahl zwischenmenschlicher und politischer Konflikte zugrunde.

Die meisten Menschen akzeptieren bereitwillig, dass andere kognitive Verzerrungen haben. Weit weniger vermuten, dass die eigene Wahrnehmung von Ereignissen eine Konstruktion statt ein direktes Ablesen der Realität sein könnte. Lee Ross und Andrew Ward formalisierten diese Asymmetrie als naiven Realismus: das Gefühl, dass ich die Dinge sehe, wie sie sind, andere sie hingegen durch eine Linse sehen. Die Verzerrung zu verstehen wird sie nicht beseitigen — das liegt in ihrer Natur —, aber gezielte Praktiken können den automatischen Sprung zu „die müssen voreingenommen sein" verlangsamen. Im Folgenden die Kernpraktiken, jeweils mit Mechanismus und ehrlicher Einschätzung der Evidenz.

Übungen

Übe das mit IX Coach

Übe das mit IX Coach

Verwandte Konzepte