Problemlösetherapie, praktisch umgesetzt
Ein strukturierter Rahmen, um reale Probleme zu lösen und ein Gefühl der Kontrolle wiederherzustellen
Hilft Problemlösetherapie bei Depression und Angst?
Problemlösetherapie (PST), entwickelt von Nezu und D'Zurilla, behandelt Depression und Angst durch den Aufbau strukturierter, schrittweiser Problemlösefähigkeiten – sie zielt auf die erlernte Hilflosigkeit und Vermeidung, die entstehen, wenn Menschen belastenden Lebensproblemen ohne wirksamen Bewältigungsrahmen begegnen. Mehrere randomisierte Studien stützen PST bei Depression, besonders wenn sie mit der realen Problemlast verknüpft ist.
Depression und Angst entstehen nicht immer durch verzerrtes Denken – manchmal sind sie eine rationale Reaktion auf eine Anhäufung realer, ungelöster Probleme. Problemlösetherapie geht das direkt an: Sie lehrt einen systematischen Ansatz, Probleme zu identifizieren, Lösungen zu generieren und Ergebnisse zu bewerten, und stellt das Gefühl der Handlungsfähigkeit wieder her, das chronischer Stress untergräbt. Der Ansatz wurde von Nezu und D'Zurilla aus der Literatur zum sozialen Problemlösen entwickelt und für Grundversorgung, Onkologie und ältere Erwachsene angepasst.
Übungen
- Eine positive Problemorientierung aufbauen
Probleme als normale, lösbare Herausforderungen behandeln, nicht als Zeichen persönlichen Versagens.
- Das Problem präzise definieren, bevor man es löst
Eine konkrete, spezifische Problemaussage schreiben – die meisten Menschen versuchen, vage Probleme zu lösen.
- Lösungen ohne vorzeitige Bewertung generieren
So viele mögliche Lösungen wie möglich auflisten, bevor man eine davon bewertet.
- Lösungen nach Kosten, Nutzen und Passung bewerten
Jede Lösung nach Erfolgswahrscheinlichkeit, persönlichen Kosten und Übereinstimmung mit deinen Werten bewerten.
- Die gewählte Lösung mit einem konkreten Plan umsetzen
Die gewählte Lösung in konkrete Handlungen, Zeiten und Kontrollpunkte übersetzen.
- Das Ergebnis bewerten und anpassen
Nach der Umsetzung ehrlich einschätzen, was funktioniert hat, was nicht, und was als Nächstes zu tun ist.
- Emotionale Erregung vor und während des Problemlösens managen
Eine kurze Beruhigungsstrategie nutzen, wenn Emotionen zu hoch sind, um Probleme wirksam zu lösen.