Das Problem präzise definieren, bevor man es löst
Eine konkrete, spezifische Problemaussage schreiben – die meisten Menschen versuchen, vage Probleme zu lösen.
Why it works
Vage Probleme (sich überwältigt fühlen, es läuft nicht) erzeugen vage Lösungen. Eine präzise Problemaussage verengt den Lösungssuchraum, macht Fortschritt messbar und reduziert die kognitive Last, alles auf einmal lösen zu wollen. Der Definitionsschritt trennt auch Fakten von Annahmen, was häufig offenbart, dass das Problem kleiner oder anders ist als das gefühlte Erleben davon.
How to do it
- Schreibe das Problem in einem Satz mit konkreten, verhaltensbezogenen Begriffen: „Ich habe drei diesen Monat fällige Rechnungen nicht bezahlt“ statt „Ich bin eine finanzielle Katastrophe.“
- Trenne die Situation (Fakten) von deiner Bewertung dazu (Interpretationen und Emotionen).
- Identifiziere, welcher Aspekt des Problems tatsächlich in deiner Kontrolle liegt, um ihn zu ändern.
- Setze ein realistisches Ziel: „Wie würde ein ausreichend gutes Ergebnis aussehen?“
Evidenz
Problemdefinition ist eine Standardphase in PST-Protokollen mit RCT-Evidenz; die Bedeutung klarer Problemdefinition ist auch in der Problemlöseliteratur der Kognitionspsychologie und Entscheidungswissenschaft etabliert. (clinical)
Die Problemdefinitionsphase ist in PST-Pakete eingebettet; ihren eigenständigen Beitrag zu den Ergebnissen zu isolieren ist methodisch anspruchsvoll.
Häufiger Fehler
Die emotionale Reaktion in die Problemdefinition einzuschließen („ich fühle mich schrecklich wegen X“) – das Problem ist die situative Realität, nicht das Gefühl; die Situation zu lösen ist das Ziel.
Übe das mit IX Coach
More practices for Problemlösetherapie, praktisch umgesetzt
- Eine positive Problemorientierung aufbauen
Probleme als normale, lösbare Herausforderungen behandeln, nicht als Zeichen persönlichen Versagens.
- Lösungen ohne vorzeitige Bewertung generieren
So viele mögliche Lösungen wie möglich auflisten, bevor man eine davon bewertet.
- Lösungen nach Kosten, Nutzen und Passung bewerten
Jede Lösung nach Erfolgswahrscheinlichkeit, persönlichen Kosten und Übereinstimmung mit deinen Werten bewerten.
- Die gewählte Lösung mit einem konkreten Plan umsetzen
Die gewählte Lösung in konkrete Handlungen, Zeiten und Kontrollpunkte übersetzen.
- Das Ergebnis bewerten und anpassen
Nach der Umsetzung ehrlich einschätzen, was funktioniert hat, was nicht, und was als Nächstes zu tun ist.
- Emotionale Erregung vor und während des Problemlösens managen
Eine kurze Beruhigungsstrategie nutzen, wenn Emotionen zu hoch sind, um Probleme wirksam zu lösen.