Eine positive Problemorientierung aufbauen

Probleme als normale, lösbare Herausforderungen behandeln, nicht als Zeichen persönlichen Versagens.

Why it works

Problemorientierung ist die kognitiv-emotionale Haltung, die eine Person Problemen gegenüber einnimmt, bevor sie versucht, sie zu lösen. Eine negative Orientierung (Probleme sind Bedrohungen, ich bin unzulänglich) aktiviert Vermeidung und emotionsfokussiertes Reagieren. Eine positive Orientierung (Probleme sind Herausforderungen, ich kann lernen, sie zu lösen) aktiviert Annäherung und wirksames Bewältigen. Orientierung sagt die Lösungsqualität unabhängig von der rohen kognitiven Fähigkeit voraus.

How to do it

  1. Schreibe deine aktuellen Überzeugungen über Probleme auf: „Wenn ich einem Problem begegne, fühle/denke ich normalerweise…“
  2. Hinterfrage katastrophisierende Bewertungen: Ist dieses Problem in Teilen lösbar, auch wenn nicht vollständig?
  3. Erinnere dich an ein vergangenes Problem, das du gelöst hast – nutze es als Beweis, dass du ein fähiger Löser bist.
  4. Setze vor Beginn des Problemlösens eine explizite Haltung: „Das ist lösbar; ich werde einen brauchbaren Ansatz finden.“

Evidenz

Problemorientierung ist ein validiertes Konstrukt im Social Problem-Solving Inventory (SPSI); negative Orientierung korreliert in mehreren Studien stark mit Depressions- und Angstergebnissen, und PST-Protokolle, die auf die Orientierung zielen, zeigen Verbesserung. (observational)

Die Korrelation zwischen negativer Orientierung und Depression ist robust, belegt aber ohne experimentelle Designs, die gezielt die Orientierung ansprechen, keine kausale Richtung.

Quellen

  • D’Zurilla, Nezu & Maydeu-Olivares (2002), Social Problem-Solving Inventory-Revised (SPSI-R) manual

Häufiger Fehler

Direkt zur Lösungsgenerierung zu springen, ohne die Orientierung anzugehen – was bedeutet, die vermeidende oder katastrophisierende Haltung in den Löseprozess mitzubringen und das Ergebnis zu verzerren.

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