Eine positive Problemorientierung aufbauen
Probleme als normale, lösbare Herausforderungen behandeln, nicht als Zeichen persönlichen Versagens.
Why it works
Problemorientierung ist die kognitiv-emotionale Haltung, die eine Person Problemen gegenüber einnimmt, bevor sie versucht, sie zu lösen. Eine negative Orientierung (Probleme sind Bedrohungen, ich bin unzulänglich) aktiviert Vermeidung und emotionsfokussiertes Reagieren. Eine positive Orientierung (Probleme sind Herausforderungen, ich kann lernen, sie zu lösen) aktiviert Annäherung und wirksames Bewältigen. Orientierung sagt die Lösungsqualität unabhängig von der rohen kognitiven Fähigkeit voraus.
How to do it
- Schreibe deine aktuellen Überzeugungen über Probleme auf: „Wenn ich einem Problem begegne, fühle/denke ich normalerweise…“
- Hinterfrage katastrophisierende Bewertungen: Ist dieses Problem in Teilen lösbar, auch wenn nicht vollständig?
- Erinnere dich an ein vergangenes Problem, das du gelöst hast – nutze es als Beweis, dass du ein fähiger Löser bist.
- Setze vor Beginn des Problemlösens eine explizite Haltung: „Das ist lösbar; ich werde einen brauchbaren Ansatz finden.“
Evidenz
Problemorientierung ist ein validiertes Konstrukt im Social Problem-Solving Inventory (SPSI); negative Orientierung korreliert in mehreren Studien stark mit Depressions- und Angstergebnissen, und PST-Protokolle, die auf die Orientierung zielen, zeigen Verbesserung. (observational)
Die Korrelation zwischen negativer Orientierung und Depression ist robust, belegt aber ohne experimentelle Designs, die gezielt die Orientierung ansprechen, keine kausale Richtung.
Quellen
- D’Zurilla, Nezu & Maydeu-Olivares (2002), Social Problem-Solving Inventory-Revised (SPSI-R) manual
Häufiger Fehler
Direkt zur Lösungsgenerierung zu springen, ohne die Orientierung anzugehen – was bedeutet, die vermeidende oder katastrophisierende Haltung in den Löseprozess mitzubringen und das Ergebnis zu verzerren.
Übe das mit IX Coach
More practices for Problemlösetherapie, praktisch umgesetzt
- Das Problem präzise definieren, bevor man es löst
Eine konkrete, spezifische Problemaussage schreiben – die meisten Menschen versuchen, vage Probleme zu lösen.
- Lösungen ohne vorzeitige Bewertung generieren
So viele mögliche Lösungen wie möglich auflisten, bevor man eine davon bewertet.
- Lösungen nach Kosten, Nutzen und Passung bewerten
Jede Lösung nach Erfolgswahrscheinlichkeit, persönlichen Kosten und Übereinstimmung mit deinen Werten bewerten.
- Die gewählte Lösung mit einem konkreten Plan umsetzen
Die gewählte Lösung in konkrete Handlungen, Zeiten und Kontrollpunkte übersetzen.
- Das Ergebnis bewerten und anpassen
Nach der Umsetzung ehrlich einschätzen, was funktioniert hat, was nicht, und was als Nächstes zu tun ist.
- Emotionale Erregung vor und während des Problemlösens managen
Eine kurze Beruhigungsstrategie nutzen, wenn Emotionen zu hoch sind, um Probleme wirksam zu lösen.