Die tägliche Trainingslast mit RPE autoregulieren
Wenn sich eine geplante moderate Sitzung wie eine 8/10 statt der üblichen 6/10 anfühlt, sagt einem der Körper etwas – die Sitzung entsprechend anpassen.
Why it works
Die Trainingsbereitschaft variiert täglich mit Schlafqualität, Lebensstress, Ernährung und kumulativer Erschöpfung. Feste Programme ignorieren diese Varianz; dieselbe programmierte Sitzung verlangt je nach Tag sehr unterschiedliche physiologische Kosten. RPE-basierte Autoregulation – bei der Intensität oder Volumen der Sitzung angepasst werden, um eine Ziel-RPE statt ein Zieltempo oder -gewicht zu treffen – findet die Mitte zwischen Untertraining (zu leicht) und Übertraining (zu hart).
How to do it
- Vor jeder Sitzung die eigene subjektive Bereitschaft auf einer Skala von 1–10 notieren (Schlaf, Energie, Muskelkater).
- Wenn die Bereitschaft unter 5/10 liegt, die geplante Last um 20–30 % reduzieren oder zu einer Zone-2-Sitzung wechseln.
- Während der Sitzung anpassen, je nachdem, ob RPE bei der geplanten Last der geplanten Intensität entspricht.
- Die Anpassung dokumentieren – das sind Trainingsdaten, kein Versagen.
Evidenz
Autoregulatives progressives Krafttraining (APRT) hat RCT-Unterstützung, die zeigt, dass es ähnliche oder größere Kraftzuwächse im Vergleich zu festem Programmieren erzeugt und dabei das Übertrainingsrisiko reduziert, besonders in der Krafttrainingsliteratur. (rct)
Die meiste RCT-Evidenz betrifft Krafttraining; weniger ist speziell für Cardio-Autoregulation verfügbar. Das Prinzip verallgemeinert über Modalitäten hinweg, aber die Evidenzbasis ist im Krafttraining stärker.
Quellen
- Mann et al. (2010), autoregulatory progressive resistance exercise, Journal of Strength and Conditioning Research
Häufiger Fehler
Niedrige Bereitschaft mit geringer Motivation verwechseln und die programmierte Sitzung trotzdem mit voller Intensität durchziehen – das ist der Weg zum Übertraining, nicht zur Resilienz.
Übe das mit IX Coach
More practices for Die RPE-Skala
- Die Borg-Skala auf die eigene tatsächliche Physiologie kalibrieren
Die 6–20-Borg-Skala (oder 0–10-RPE) funktioniert nur, wenn man weiß, wie sich jede Zahl im eigenen Körper anfühlt.
- RPE nutzen, um die Krafttrainingslast statt feste Prozentsätze festzulegen
Eine RPE 8 bei der Kniebeuge bedeutet zwei Wiederholungen Reserve – das kalibriert die Last auf den tatsächlichen Zustand an diesem Tag.
- RPE-Rückblicke nach der Sitzung nutzen, um Übertraining früh zu erkennen
Die RPE-Drift über einen Trainingsblock verfolgen – steigende RPE bei gleicher Last ist das früheste Übertrainingssignal.
- RPE nutzen, um Cardio-Intensität ohne Herzfrequenzmesser festzulegen
RPE 5–6 für aerobe Basis, 7–8 für Tempo, 9–10 für Intervalle anpeilen – alles ohne Herzfrequenzmesser.
- RPE als Kommunikationssprache mit Trainern und Trainingspartnern nutzen
Ein gemeinsames RPE-Vokabular verwandelt subjektive Erfahrung in objektive Programmierdaten, nach denen ein Trainer handeln kann.
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