RPE nutzen, um die Krafttrainingslast statt feste Prozentsätze festzulegen
Eine RPE 8 bei der Kniebeuge bedeutet zwei Wiederholungen Reserve – das kalibriert die Last auf den tatsächlichen Zustand an diesem Tag.
Why it works
Traditionelles prozentbasiertes Krafttrainingsprogrammieren (z. B. 3 Sätze bei 80 % des 1RM) geht davon aus, dass das eigene 1RM konstant ist, was es nicht ist. Schwankungen von 5–10 % im täglichen 1RM sind normal, abhängig von Erholung, Schlaf und Stress. RPE-basierte Lastfestlegung berücksichtigt das: Ein RPE-8-Satz bedeutet immer ungefähr 2 Wiederholungen Reserve (RIR), unabhängig vom absoluten Gewicht, sodass der Reiz auf den tatsächlichen physiologischen Zustand kalibriert ist.
How to do it
- Die Ziel-RPE für die Sitzung definieren (z. B. RPE 7–8 für Hypertrophie-Arbeit, RPE 9–10 für Maximalkraft).
- Ein Gewicht wählen und den Satz absolvieren; die RPE unmittelbar danach bewerten.
- Den nächsten Satz nach oben oder unten anpassen, um im Ziel-RPE-Bereich zu landen.
- Die RPE zusammen mit Gewicht und Wiederholungen protokollieren – das werden die eigenen Programmierdaten.
Evidenz
Das RIR-basierte RPE-Rahmenwerk für Krafttraining wurde vom Sportwissenschaftler Mike Zourdos und Kollegen entwickelt und validiert, mit guter Genauigkeit bei der Vorhersage von Wiederholungen in Reserve. (observational)
Die RPE-Genauigkeit beim Krafttraining verbessert sich mit Übung; unerfahrene Athleten unterschätzen systematisch verbleibende Wiederholungen, was RPE-basiertes Programmieren früh im Training weniger zuverlässig macht.
Quellen
- Zourdos et al. (2016), modified RPE scale for resistance training, Journal of Strength and Conditioning Research
Häufiger Fehler
RPE mit Anstrengungsniveau oder Motivation verwechseln – eine RPE 6 beim Kreuzheben bedeutet nicht „faul sein“, sondern dass vier Wiederholungen tatsächlich verfügbar waren, was die richtige Ausgabe für eine Deload-Sitzung ist.
Übe das mit IX Coach
More practices for Die RPE-Skala
- Die Borg-Skala auf die eigene tatsächliche Physiologie kalibrieren
Die 6–20-Borg-Skala (oder 0–10-RPE) funktioniert nur, wenn man weiß, wie sich jede Zahl im eigenen Körper anfühlt.
- Die tägliche Trainingslast mit RPE autoregulieren
Wenn sich eine geplante moderate Sitzung wie eine 8/10 statt der üblichen 6/10 anfühlt, sagt einem der Körper etwas – die Sitzung entsprechend anpassen.
- RPE-Rückblicke nach der Sitzung nutzen, um Übertraining früh zu erkennen
Die RPE-Drift über einen Trainingsblock verfolgen – steigende RPE bei gleicher Last ist das früheste Übertrainingssignal.
- RPE nutzen, um Cardio-Intensität ohne Herzfrequenzmesser festzulegen
RPE 5–6 für aerobe Basis, 7–8 für Tempo, 9–10 für Intervalle anpeilen – alles ohne Herzfrequenzmesser.
- RPE als Kommunikationssprache mit Trainern und Trainingspartnern nutzen
Ein gemeinsames RPE-Vokabular verwandelt subjektive Erfahrung in objektive Programmierdaten, nach denen ein Trainer handeln kann.
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