RPE als Kommunikationssprache mit Trainern und Trainingspartnern nutzen
Ein gemeinsames RPE-Vokabular verwandelt subjektive Erfahrung in objektive Programmierdaten, nach denen ein Trainer handeln kann.
Why it works
Ohne eine standardisierte Anstrengungssprache kann ein Trainer nicht unterscheiden zwischen „das war hart wegen Erschöpfung“ und „das war hart, weil die Last hoch war“. RPE gibt beiden Parteien eine kalibrierte Zahl, die diese Mehrdeutigkeit auflöst. Der Austausch – „Ich habe eine RPE 7 programmiert, du hast bei dieser Last eine RPE 9 erreicht, also müssen wir die Vorgabe überarbeiten“ – ist nur möglich, wenn beide Parteien die Skala konsistent nutzen.
How to do it
- Festlegen, welche RPE-Skala man mit dem Trainer nutzt (Borg 6–20, CR10 oder RIR-basiert).
- RPE für jeden Arbeitssatz oder Cardio-Block im Trainingsprotokoll berichten.
- Abweichungen offen besprechen: Wenn man konsequent niedriger bewertet als vorgegeben, die Skala gemeinsam neu verankern.
- RPE bei Check-ins mit Trainingspartnern nutzen, um das Sprechen über Anstrengung ohne Ego zu normalisieren.
Evidenz
Der Nutzen von RPE als Coaching-Kommunikationswerkzeug ist praktikerfundiert und baut auf der validierten Psychophysik der Skala auf. Der zwischenmenschliche Kalibrierungsaspekt ist klinische Praxis, nicht speziell geprüft. (anecdotal)
RPE-Kommunikation erfordert, dass beide Parteien ihre Skalen kalibriert haben, was bewusste Übung braucht; fehlausgerichtete Verankerung erzeugt Missverständnis statt Klarheit.
Häufiger Fehler
RPE-Berichte strategisch geben – 8/10 sagen, wenn man 6/10 meint, um dem Trainer Anstrengung zu signalisieren – was die Daten verfälscht und die Trainerbeziehung letztlich beschädigt.
Übe das mit IX Coach
More practices for Die RPE-Skala
- Die Borg-Skala auf die eigene tatsächliche Physiologie kalibrieren
Die 6–20-Borg-Skala (oder 0–10-RPE) funktioniert nur, wenn man weiß, wie sich jede Zahl im eigenen Körper anfühlt.
- Die tägliche Trainingslast mit RPE autoregulieren
Wenn sich eine geplante moderate Sitzung wie eine 8/10 statt der üblichen 6/10 anfühlt, sagt einem der Körper etwas – die Sitzung entsprechend anpassen.
- RPE nutzen, um die Krafttrainingslast statt feste Prozentsätze festzulegen
Eine RPE 8 bei der Kniebeuge bedeutet zwei Wiederholungen Reserve – das kalibriert die Last auf den tatsächlichen Zustand an diesem Tag.
- RPE-Rückblicke nach der Sitzung nutzen, um Übertraining früh zu erkennen
Die RPE-Drift über einen Trainingsblock verfolgen – steigende RPE bei gleicher Last ist das früheste Übertrainingssignal.
- RPE nutzen, um Cardio-Intensität ohne Herzfrequenzmesser festzulegen
RPE 5–6 für aerobe Basis, 7–8 für Tempo, 9–10 für Intervalle anpeilen – alles ohne Herzfrequenzmesser.
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