RPE-Rückblicke nach der Sitzung nutzen, um Übertraining früh zu erkennen

Die RPE-Drift über einen Trainingsblock verfolgen – steigende RPE bei gleicher Last ist das früheste Übertrainingssignal.

Why it works

Übertraining (angehäufte Erschöpfung jenseits der Erholungskapazität) äußert sich als Rechtsverschiebung der RPE-Last-Beziehung: Dieselbe absolute Last, die sich zuvor wie eine 7/10 anfühlte, fühlt sich jetzt wie eine 8,5/10 an. Diese Verschiebung tritt auf, bevor die Leistung nachlässt und bevor das Verletzungsrisiko seinen Höhepunkt erreicht, was sie zum sensibelsten verfügbaren Frühwarnsignal ohne Bluttest macht. Diese Drift bei gleicher Last längsschnittlich zu verfolgen macht sie sichtbar.

How to do it

  1. Ein bis zwei Standardanstrengungen pro Woche als „Benchmark-Sätze“ markieren – gleiche Übung, gleiche ungefähre Last.
  2. Die RPE für diese Sätze jede Woche protokollieren und über den Trainingsblock hinweg auftragen.
  3. Wenn die RPE bei gleicher Last über 2 Wochen um mehr als 1,5 Punkte steigt, ein Deload einfügen.
  4. RPE-Drift (Erschöpfung) von RPE-Verbesserung (Fitnessgewinn) unterscheiden – beide verändern die Beziehung.

Evidenz

RPE-Drift als Übertrainingsindikator ist konsistent mit der bekannten Psychophysiologie von Erschöpfung: wahrgenommene Anstrengung steigt relativ zur objektiven Last, während zentrales Nervensystem und Muskelsystem Erschöpfung anhäufen. Das ist mechanistisch fundiert und wird in der Athletenüberwachungspraxis genutzt. (mechanistic)

Formale Längsschnittstudien, die RPE-Drift als Übertrainingsdetektor nutzen, sind begrenzt; die meiste Evidenz stammt aus der Praktikeranwendung der breiteren Erschöpfungs-RPE-Beziehung.

Häufiger Fehler

Steigende RPE einem „schlechten Tag“ zuschreiben und durchziehen, statt sie als zweiwöchiges Muster zu erkennen, das Übertraining vorausgeht – der Fehler ist, jeden Datenpunkt isoliert zu behandeln statt als Trend.

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