Eine Expositions-Hierarchie aufbauen

Jede gefürchtete Situation auflisten und nach Belastung (0–100) ordnen, bevor man irgendetwas anderes tut.

Why it works

Eine explizit geordnete Liste verwandelt vage, undifferenzierte Angst in ein konkretes Gefälle, das das Gehirn verarbeiten kann. Die unteren Sprossen als tatsächlich handhabbar zu sehen aktiviert Annäherungsmotivation statt Lähmung – die Person steht nicht länger „der Angst“ als Ganzem gegenüber, sondern einem handhabbaren Punkt nach dem anderen.

How to do it

  1. Jede Situation, jeden Gedanken oder jedes Objekt aufschreiben, das man wegen Angst vermeidet – 10–20 Punkte anstreben.
  2. Jeden mit 0–100 nach subjektiver Belastung (SUDs) bewerten, wenn man ihm jetzt gegenüberstünde.
  3. Die Liste von niedrigsten zu höchsten SUDs sortieren, um die Sprossen der Leiter zu bilden.
  4. Zwei oder drei Punkte im Bereich 25–45 als Startziele identifizieren.

Evidenz

Gestufte Expositions-Hierarchien sind das strukturelle Rückgrat expositionsbasierter KVT, einer der am häufigsten replizierten Behandlungen in der klinischen Psychologie, mit starker RCT-Unterstützung über Phobie, soziale Angst und Panik hinweg. Eine Metaanalyse zu Behandlungen spezifischer Phobien (Wolitzky-Taylor et al., 2008) bestätigt, dass expositionsbasierte Ansätze Alternativen übertreffen, und das Rahmenwerk des inhibitorischen Lernens (Craske et al., 2014) begründet, warum eine gut geordnete Hierarchie diesen Effekt maximiert. (clinical)

Die Hierarchie ist ein Planungswerkzeug; die Wirksamkeit hängt davon ab, Expositionen tatsächlich abzuschließen, nicht nur die Liste zu erstellen.

Quellen

  • Craske & Barlow (2008), Mastery of Your Anxiety and Panic (MAP), Oxford — standard protocol reference
  • Craske, M. G., Treanor, M., Conway, C. C., Zbozinek, T., & Vervliet, B. (2014). Maximizing exposure therapy: An inhibitory learning approach. Behaviour Research and Therapy, 58, 10–23. https://doi.org/10.1016/j.brat.2014.04.006
  • Wolitzky-Taylor, K. B., Horowitz, J. D., Powers, M. B., & Telch, M. J. (2008). Psychological approaches in the treatment of specific phobias: A meta-analysis. Clinical Psychology Review, 28(6), 1021–1037. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2008.02.007

Häufiger Fehler

Punkte anhand des vorgestellten schlimmsten Falls statt der tatsächlichen aktuellen Belastung bewerten, was alles oben anhäuft und keinen handhabbaren Startpunkt lässt.

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