Realistische Erwartungen vor jeder Exposition setzen

Bevor man die Situation betritt, die gefürchtete Vorhersage aufschreiben – dann danach mit der Realität abgleichen.

Why it works

Exposition wirkt teils, indem sie katastrophale Vorhersagen widerlegt. Die Vorhersage vor der Exposition explizit zu machen schärft den Test: Tritt das gefürchtete Ergebnis (Ohnmacht, Demütigung, Herzinfarkt) nicht ein, hat das Gehirn einen konkreten Datenpunkt gegen die Überzeugung. Diese Verhaltensexperiment-Struktur beschleunigt Überzeugungsänderung über bloße Habituation hinaus.

How to do it

  1. Aufschreiben: „Ich sage voraus, dass _____ passieren wird, und bewerte meine Zuversicht mit ____%.“
  2. Die Exposition wie geplant durchführen.
  3. Unmittelbar danach festhalten, was tatsächlich geschah.
  4. Bewerten, wie gut das Ergebnis mit der Vorhersage übereinstimmte, und die Überzeugungseinschätzung aktualisieren.

Evidenz

Das Verhaltensexperiment-Format – vorhersagen, testen, überprüfen – ist eine Kerntechnik der KVT mit solider klinischer Unterstützung zur Änderung dysfunktionaler Überzeugungen, die Angst antreiben. (clinical)

Vorhersage-Prüfung fügt der Exposition eine kognitive Ebene hinzu; für manche Klienten reicht Exposition allein ohne explizite Überzeugungsverfolgung aus.

Quellen

  • Bennett-Levy et al. (2004), Oxford Guide to Behavioural Experiments in Cognitive Therapy
  • Bennett-Levy, J., Butler, G., Fennell, M., Hackmann, A., Mueller, M., & Westbrook, D. (Eds.). (2004). Oxford Guide to Behavioural Experiments in Cognitive Therapy. Oxford University Press. https://doi.org/10.1093/med:psych/9780198529163.001.0001

Häufiger Fehler

Eine Exposition mit einer vagen „mal sehen was passiert“-Haltung beginnen statt einer konkreten testbaren Vorhersage, was es dem Verstand erlaubt, die Widerlegung wegzuerklären („diesmal hatte ich Glück“).

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