Das SBI-Feedback-Modell, praktisch angewendet
Situation, Verhalten, Wirkung – die Struktur, die ehrlichem Feedback den Stachel nimmt
Das SBI-Feedback-Modell: Feedback ohne Abwehrhaltung
Das SBI-Modell (Situation–Verhalten–Wirkung), entwickelt vom Center for Creative Leadership, strukturiert Feedback, indem es an einen beobachtbaren Moment angebunden wird, das gesehene Verhalten beschrieben wird statt Motive zu unterstellen, und die tatsächliche Wirkung benannt wird. Das reduziert Abwehrhaltung und Attributionsfehler; das Modell ist etablierte klinische Praxis in der Führungskräfteentwicklung, direkte RCT-Vergleiche zu anderen Feedback-Ansätzen sind jedoch begrenzt.
Die meisten Rückmeldungen scheitern nicht, weil sie falsch sind, sondern weil sie vage, persönlich oder ohne Kontext ankommen – und so Abwehrhaltung statt Reflexion auslösen. Das SBI-Modell des Center for Creative Leadership löst das, indem es trennt, was passiert ist (Situation), was getan wurde (Verhalten) und was daraus folgte (Wirkung). Jedes Element leistet spezifische psychologische Arbeit. Es folgen die Kernpraktiken mit dem jeweiligen Mechanismus und einer kalibrierten Einordnung der Evidenz.
Übungen
- Feedback an eine konkrete Situation anbinden
Den genauen Zeitpunkt und Ort nennen, bevor irgendetwas anderes gesagt wird.
- Verhalten beschreiben, nicht Charakter
Sagen, was die Person getan hat – Handlungen, Worte –, nicht, was das über ihren Charakter aussagt.
- Die tatsächliche Wirkung auf dich oder das Team benennen
Sagen, welche Wirkung das Verhalten hatte – auf dich, auf andere, auf die Arbeit.
- Nach dem SBI-Feedback eine Reaktion einladen
SBI abschließen, indem man fragt, was die andere Person davon hält – nicht mit einem Urteil.
- SBI um eine zukunftsgerichtete Bitte ergänzen
Die Wirkungsaussage mit einer konkreten, umsetzbaren Bitte fürs nächste Mal verbinden.
- SBI auch für positives Feedback nutzen, nicht nur zur Korrektur
Situation, Verhalten und Wirkung benennen, wenn jemand etwas richtig macht.
- Den richtigen Moment und Rahmen für Feedback wählen
Feedback kommt proportional dazu an, wie sicher und bereit sich der Empfänger fühlt – Zeitpunkt und Privatsphäre zählen.
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