Feedback an eine konkrete Situation anbinden

Den genauen Zeitpunkt und Ort nennen, bevor irgendetwas anderes gesagt wird.

Why it works

Feedback ohne situativen Anker zwingt den Empfänger zu raten, was gemeint ist, was Bedrohungsreaktion auslöst, während er nach dem 'richtigen' Moment zum Verteidigen sucht. Die Anbindung an einen konkreten Kontext (das gestrige Team-Meeting, die um 15 Uhr verschickte E-Mail) verengt den Rahmen von 'du machst das immer' zu 'das ist einmal passiert', was kognitiv und emotional leichter anzunehmen und umzusetzen ist.

How to do it

  1. Vor dem Gespräch eine konkrete jüngste Begebenheit identifizieren – Zeit, Ort, Ereignis.
  2. Mit dem Anker eröffnen: 'In unserem Team-Meeting gestern Morgen…'
  3. Dem Drang widerstehen zu verallgemeinern ('du machst immer' / 'du machst nie') – bei der einzelnen Situation bleiben.

Evidenz

Attributionsforschung zeigt, dass Menschen standardmäßig zu dispositionellen Erklärungen für das Verhalten anderer neigen (der fundamentale Attributionsfehler); situative Spezifität wirkt dem entgegen, indem sie sowohl Gebenden als auch Empfänger zu einer verhaltens- statt charakterbasierten Analyse verschiebt. (mechanistic)

Die situative Anker-Komponente von SBI wurde in Studien nicht isoliert getestet; der Mechanismus stützt sich auf Attributionsforschung, angewandt auf Feedback-Kontexte.

Quellen

  • Ross (1977), the fundamental attribution error, Advances in Experimental Social Psychology

Häufiger Fehler

Die Situation als vagen Zeitraum angeben ('neulich', 'in den letzten Wochen') statt als konkreten Moment – das wirkt auf den Empfänger wie eine verdeckte Verallgemeinerung.

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