Verhalten beschreiben, nicht Charakter

Sagen, was die Person getan hat – Handlungen, Worte –, nicht, was das über ihren Charakter aussagt.

Why it works

Charakterzuschreibungen ('du bist abweisend') lösen Identitätsbedrohung aus, aktivieren die Amygdala und verengen die kognitive Bandbreite für Reflexion. Verhaltensbeschreibungen ('du hast dreimal unterbrochen') sind beobachtbar und faktisch anfechtbar statt auf Selbstkonzept-Ebene, was den Empfänger in einem kühleren, coachbareren Zustand hält.

How to do it

  1. Das Feedback nur mit beobachtbaren Handlungen entwerfen: Was hätte eine Videokamera erfasst?
  2. Adjektive entfernen, die die Person kennzeichnen ('unhöflich', 'nachlässig'), und durch die Handlung ersetzen.
  3. Wenn du 'du bist' schreibst, es in 'du hast getan' ändern.

Evidenz

Bedrohungsreaktionsforschung zeigt, dass Bedrohungen auf Identitätsebene den Cortisolspiegel erhöhen und die präfrontale Kapazität für Perspektivübernahme mindern. Verhaltensbezogenes Feedback vermeidet, das Identitätsschutzsystem auszulösen, das produktiven Dialog abwürgt. (mechanistic)

Der neuronale Mechanismus ist gut etabliert; dass die Rahmung 'Verhalten vs. Charakter' ihn im Feedback-Kontext spezifisch moduliert, ist geschlussfolgert, nicht direkt getestet.

Quellen

  • Eisenberger & Lieberman (2004), social pain and physical pain share neural substrates, Science

Häufiger Fehler

Charakterbehauptungen in verhaltensbezogene Sprache einschmuggeln: 'Du warst passiv-aggressiv, indem du…' – 'passiv-aggressiv sein' ist immer noch eine Charakterzuschreibung, nur als Verhaltensbeschreibung getarnt.

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