Kognitive und somatische Interweaves
Stockt die Verarbeitung, kann eine kurze, von der Therapeutin gelieferte Aussage oder Frage die Kette neu starten.
Why it works
Verarbeitung kann sich „festfahren“ — die Klientin kreist um dasselbe Bild oder dieselbe Emotion, ohne Bewegung. Interweaves sind kurze, gezielte Interventionen (eine Frage, eine sachliche Aussage, eine entwicklungsbezogene Perspektive), die neue Information in das aktive Erinnerungsnetzwerk einbringen und die Schleife durchbrechen, sodass assoziative Bewegung neu entfacht wird. Sie müssen minimal und gut getimt sein — zu viel therapeutischer Input kollabiert zurück in Ratschlagsgeben und stört die eigene Verarbeitung der Klientin.
How to do it
- Beachten Sie, wenn SUD nach mehreren Serien nicht gesunken ist und dasselbe Material sich wiederholt.
- Bieten Sie eine kurze, relevante Aussage oder Frage an: „Sie wissen jetzt, dass es vorbei ist. Was wissen Sie jetzt, was Sie damals nicht wussten?“
- Fahren Sie unmittelbar mit bilateraler Stimulation fort und verfolgen Sie weiter, was auftaucht.
- Nutzen Sie somatische Interweaves bei körperlichen Schleifen: „Wo im Körper spüren Sie das? Bleiben Sie dabei.“
- Beschränken Sie Interweaves darauf, die Schleife zu durchbrechen — geben Sie die Kontrolle an die Verarbeitung der Klientin zurück, sobald Bewegung wieder einsetzt.
Evidenz
Interweaves sind eine standardmäßige fortgeschrittene Technik in der EMDR-Praxis, beschrieben in Shapiros Protokoll und Trainingslehrplan. Ihre Nutzung ist klinisch etabliert, statt separat erprobt. (clinical)
Evidenz für Interweaves stammt aus klinischer Praxis und Fallbeschreibungen; keine kontrollierte Studie hat sie isoliert. Übernutzung riskiert eine Verschiebung von Verarbeitung zu kognitiver Therapie, was bei aktivem EMDR kontraindiziert ist.
Häufiger Fehler
Interweaves zu früh oder zu häufig einzusetzen und die EMDR-Sitzung in ein direktives Gespräch zu verwandeln, statt das eigene assoziative Netzwerk der Klientin die Arbeit tun zu lassen.
Übe das mit IX Coach
More practices for EMDR: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen
- Installation des sicheren Ortes
Verankern Sie ein lebendiges, beruhigendes mentales Bild, zu dem Sie zurückkehren können, wenn die Belastung während der Verarbeitung ansteigt.
- Identifizieren und Anvisieren der traumatischen Erinnerung
Bestimmen Sie die konkrete Erinnerung, ihren schlimmsten Moment (den „Berührungspunkt“) und die negative Überzeugung, die sie installiert hat.
- Bilaterale Stimulation während aktiver Verarbeitung
Halten Sie die belastende Erinnerung im Sinn, während Sie rhythmischer Links-rechts-Stimulation folgen — und beachten Sie, was sich verschiebt.
- Installation der positiven Kognition
Sobald die Belastung abgeklungen ist, stärken Sie die bevorzugte Selbstüberzeugung mit bilateraler Stimulation.
- Körperscan und Sitzungsabschluss
Lenken Sie nach der Verarbeitung die Aufmerksamkeit durch den Körper, um verbliebene Anspannung vor dem Sitzungsabschluss zu erfassen.
- Neubewertung zu Beginn jeder Sitzung
Beginnen Sie jede neue EMDR-Sitzung damit zu prüfen, ob die Erfolge der letzten Sitzung hielten — und was dazwischen aufkam.
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