Identifizieren und Anvisieren der traumatischen Erinnerung
Bestimmen Sie die konkrete Erinnerung, ihren schlimmsten Moment (den „Berührungspunkt“) und die negative Überzeugung, die sie installiert hat.
Why it works
Man geht davon aus, dass traumatische Erinnerungen in einer zustandsabhängigen, unzureichend verarbeiteten Form gespeichert sind — sie behalten die ursprüngliche sensorische und emotionale Ladung, weil die normale Gedächtniskonsolidierung überwältigt war. EMDRs Bewertungsphase macht den vollständigen Erinnerungsknoten explizit: das Bild, die negative Kognition („ich bin hilflos“), die gewünschte positive Kognition und die Körperempfindung. Explizite Aktivierung ist für die Rekonsolidierung notwendig — eine Erinnerung muss in einem aktiven Zustand abgerufen werden, bevor sie verändert werden kann.
How to do it
- Bestimmen Sie die konkrete anzuvisierende Erinnerung und das einzelne schlimmste Bild oder den schlimmsten Moment darin.
- Benennen Sie die negative Überzeugung, die das Ereignis über Sie selbst installiert hat (z. B. „ich bin machtlos“, „ich bin schuld“).
- Formulieren Sie, was Sie stattdessen glauben möchten (die positive Kognition, z. B. „ich habe mein Bestes getan“).
- Bewerten Sie auf einer Skala von 1–7, wie wahr sich die positive Kognition gerade jetzt anfühlt (Validity of Cognition, VOC).
- Bestimmen Sie, wo Sie die Belastung im Körper spüren, und bewerten Sie die Gesamtbelastung auf einer Skala von 0–10 (SUD).
Evidenz
Forschung zur Gedächtnisrekonsolidierung stützt das Prinzip, dass eine abgerufene, aktive Erinnerung formbar ist und aktualisiert werden kann — im Einklang damit, warum explizites Anvisieren der Verarbeitung vorausgeht. Das konkrete EMDR-Zielprotokoll ruht auf dieser mechanistischen Grundlage. (mechanistic)
Gedächtnisrekonsolidierung ist ein gut belegter neurowissenschaftlicher Befund; ihre konkrete Operationalisierung im EMDR-Zielprotokoll ist prinzipiengeleitet, statt in kontrollierten Studien eigenständig isoliert.
Quellen
- Nader & Hardt (2009), "A single standard for memory: the case for reconsolidation", Nature Reviews Neuroscience
- Nader, K., & Hardt, O. (2009). A single standard for memory: the case for reconsolidation. Nature Reviews Neuroscience, 10(3), 224–234.
- Nader, K., Schafe, G. E., & LeDoux, J. E. (2000). Fear memories require protein synthesis in the amygdala for reconsolidation after retrieval. Nature, 406(6797), 722–726.
Häufiger Fehler
Ein vages, zusammengesetztes „Trauma“ zu wählen statt einer konkreten Erinnerung mit einem einzelnen schlimmsten Moment — diffuse Ziele erzeugen diffuse, langsame Verarbeitung.
Übe das mit IX Coach
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- Installation des sicheren Ortes
Verankern Sie ein lebendiges, beruhigendes mentales Bild, zu dem Sie zurückkehren können, wenn die Belastung während der Verarbeitung ansteigt.
- Bilaterale Stimulation während aktiver Verarbeitung
Halten Sie die belastende Erinnerung im Sinn, während Sie rhythmischer Links-rechts-Stimulation folgen — und beachten Sie, was sich verschiebt.
- Installation der positiven Kognition
Sobald die Belastung abgeklungen ist, stärken Sie die bevorzugte Selbstüberzeugung mit bilateraler Stimulation.
- Körperscan und Sitzungsabschluss
Lenken Sie nach der Verarbeitung die Aufmerksamkeit durch den Körper, um verbliebene Anspannung vor dem Sitzungsabschluss zu erfassen.
- Kognitive und somatische Interweaves
Stockt die Verarbeitung, kann eine kurze, von der Therapeutin gelieferte Aussage oder Frage die Kette neu starten.
- Neubewertung zu Beginn jeder Sitzung
Beginnen Sie jede neue EMDR-Sitzung damit zu prüfen, ob die Erfolge der letzten Sitzung hielten — und was dazwischen aufkam.
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