Mach aus Göttern keine Dämonen

Lass spirituelle Praxis nicht zur Quelle von Stolz, Urteil oder Überlegenheit gegenüber anderen werden.

Why it works

Lojong warnt vor dem, was Chögyam Trungpa „spirituellen Materialismus“ nannte – eine Praxis, die das Ego auflösen soll, als neue Trophäe für das Ego zu nutzen. Wird Praxis zur Quelle von Identität, Vergleich oder Urteil („ich bin achtsamer als andere“), wird der Mitgefühlsmechanismus gekapert. Der Slogan ist ein Schutzschalter: Öffnet deine Praxis dich anderen gegenüber, oder verschließt sie dich in Überlegenheit?

How to do it

  1. Prüfe regelmäßig: Macht deine Praxis dich geduldiger und freundlicher mit anderen, oder ungeduldiger und kritischer?
  2. Bemerke, wenn du spirituelle Sprache nutzt, um andere zu verurteilen oder deinen eigenen Status aufzublähen.
  3. Wenn die Praxis dich härter statt sanfter macht, ist das Feedback, kein Grund, härter zu praktizieren.
  4. Sprich mit einem Lehrer oder einer vertrauenswürdigen Person darüber, ob deine Praxis öffnet oder verschließt.

Evidenz

Das ist eine traditionelle Lojong-Prüfung statt einer untersuchten Praxis. Psychologische Forschung zu „spiritueller Umgehung“ (spirituelle Praxis nutzen, um schwierige Emotionen oder Beziehungen zu vermeiden) deckt sich mit dem Anliegen, das der Slogan anspricht. (anecdotal)

Forschung zu spiritueller Umgehung ist begrenzt und größtenteils klinisch; der Slogan ist eine traditionelle Weisheitslehre, bewertet durch Praktikerkonsens.

Häufiger Fehler

Zu denken, dieser Slogan gelte für andere Praktizierende, aber nicht für dich – er gilt genau für die Momente der Gewissheit, in denen du glaubst, das nicht nötig zu haben.

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