Trainiere mit den zwei Wahrheiten in allen Aktivitäten
Halte gleichzeitig relative Realität (Dinge zählen) und ultimative Realität (Dinge sind leer von fester Essenz).
Why it works
Die Lehre der zwei Wahrheiten verhindert zwei Fehler: Nihilismus (nichts zählt, weil alles leer ist) und Fixierung (diese Situation ist dauerhaft, fest schrecklich). Beides gleichzeitig zu halten schafft die kognitive Flexibilität, Situationen ernst zu nehmen, ohne von ihnen zerstört zu werden – eine Form kognitiver Defusion von den eigenen schlimmsten Bewertungen.
How to do it
- Frage bei einer katastrophal wirkenden Situation: „Was ist die relative Wahrheit hier (das ist wirklich schwer)?“ und „Was ist die ultimative Wahrheit (ist das so fest und dauerhaft, wie es sich anfühlt)?“
- Nutze die ultimative Wahrheit nicht, um die relative zu umgehen – fühle beide.
- Übe zunächst mit kleinen Schwierigkeiten, bevor du es auf große anwendest.
- Die tibetische Lehre besagt, dass hiermit ein Leben lang gearbeitet wird, nicht in einer Sitzung gemeistert.
Evidenz
Forschung zu kognitiver Defusion (ACT) zeigt, dass Gedanken auf Abstand zu halten – statt mit ihnen als wörtliche Wahrheiten zu verschmelzen – Leid reduziert. Die Zwei-Wahrheiten-Praxis ist eine kontemplative Parallele zu diesem Mechanismus. (mechanistic)
Die Verbindung zwischen Zwei-Wahrheiten-Praxis und kognitiver Defusion ist eine mechanistische Analogie; die Praxis ist traditionell und wurde in dieser Form nicht klinisch untersucht.
Häufiger Fehler
Die ultimative Wahrheit als Umgehung zu nutzen – die relative Wahrheit mit „es ist sowieso alles leer“ abzutun, ist spirituelle Umgehung, keine Praxis.
Übe das mit IX Coach
More practices for Lojong: Tibetisches Geistestraining
- Tonglen: Nehmen und Geben
Atme Leid ein (dein eigenes und das anderer); atme Erleichterung und Wohlergehen aus.
- Treibe alle Schuld in eine
Untersuche bei aufkommendem Konflikt, wie Ich-Anhaftung die Wurzel ist, statt der anderen Person die Schuld zu geben.
- Übe mit dem Unerwarteten
Nutze den Moment, wenn Dinge unerwartet schiefgehen, als die eigentliche Praxis, statt als Unterbrechung davon.
- Mach aus Göttern keine Dämonen
Lass spirituelle Praxis nicht zur Quelle von Stolz, Urteil oder Überlegenheit gegenüber anderen werden.
- Trainiere in den drei Schwierigkeiten
Bemerke das gewohnheitsmäßige Muster, entscheide dich, es zu unterbrechen, und arbeite dann daran, die Unterbrechung automatisch zu machen.
- Halte dich stets an die drei Prinzipien
Bewahre dein Gelübde, gib nicht an, und übe unparteiisch mit allen – nicht nur den Menschen, die du magst.
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