Definitorische Zeremonien und außenstehende Zeuginnen

Lade bedeutsame Menschen ein, die neue Geschichte zu bezeugen und weiterzuerzählen – anders von anderen gesehen zu werden festigt die neue Identität.

Why it works

Identität wird nicht nur innerlich gehalten; sie wird sozial konstituiert und durch die Geschichten aufrechterhalten, die andere über uns erzählen. Eine neue Selbstgeschichte, die nur im Therapieraum existiert, ist fragil. Praktiken mit außenstehenden Zeuginnen bringen ausgewählte "Zeugen" – Freunde, Familie oder sogar Briefe symbolischer Figuren – zusammen, um die alternative Geschichte zu hören, darauf zu reagieren, was in ihnen mitschwang, und zurückzuspiegeln, was sie offenbart. Von jemandem, der einem wichtig ist, anders gesehen zu werden, schafft ein soziales Gerüst für die neue Identität.

How to do it

  1. Identifiziere ein oder zwei Menschen im Leben der Person, die die bevorzugte Geschichte bereits sehen (oder zu schätzen wüssten).
  2. Lade sie (mit Zustimmung) ein, die von der Person erzählte alternative Geschichte zu hören.
  3. Bitte die Zeuginnen zu reagieren: Was ist aufgefallen? Welche Bilder kamen auf? Was sagt das darüber aus, wer diese Person ist?
  4. Lass die Person ihre Reaktionen hören und bemerken, was mitschwingt.
  5. Wenn keine lebenden Zeuginnen verfügbar sind, nutze ein "Reflecting-Team"-Format innerhalb des therapeutischen Kontexts selbst.

Evidenz

Praktiken mit außenstehenden Zeuginnen und definitorische Zeremonien sind in Whites Fallliteratur und in qualitativen Studien beschrieben. Die soziale Identitätsdimension hat theoretische Unterstützung in der Identitäts- und Sozialpsychologie, aber RCT-Evidenz für diese spezifische Praxis fehlt. Eine qualitative Studie zu definitorischen Zeremonien mit stotternden Erwachsenen dokumentierte, wie die Zeugenstruktur die Selbstgeschichten der Teilnehmenden umformte, und veranschaulicht die Praxis in einem angewandten klinischen Setting. (anecdotal)

Definitorische Zeremonien sind in der Praxis und Fallliteratur der narrativen Therapie etabliert, waren aber nicht Gegenstand kontrollierter empirischer Studien. Die soziale Identitätsbegründung ist theoretisch fundiert.

Quellen

Häufiger Fehler

Zeuginnen zu wählen, die wahrscheinlich zur alten, problemgesättigten Geschichte zurückkehren, statt sich echt auf die Alternative einzulassen – schlecht gewählte Zeuginnen können die Problemgeschichte verstärken.

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