Das Problem externalisieren

Trenne die Person vom Problem, indem du darüber sprichst, als existiere es außerhalb von ihr.

Why it works

Wenn ein Problem mit der Identität verschmolzen ist ("Ich bin depressiv", "Ich bin süchtig"), wird das Selbst zum Ziel der Veränderung – was Scham, Abwehr und Hilflosigkeit auslöst. Externalisierung schafft sprachliche Distanz: Das Problem wird zu einer Entität, zu der die Person in Beziehung steht, statt zu einer Tatsache über ihr Wesen. Von dieser Position aus kann sie das Problem untersuchen, ihm widerstehen oder mit ihm verhandeln, statt von ihm definiert zu werden. Der Wechsel vom Substantiv ("Ich bin ängstlich") zur relationalen Formulierung ("Die Angst nimmt in letzter Zeit mehr Raum ein") ist der wirksame Hebel.

How to do it

  1. Benenne das Problem als eigenständige Entität, oft mit einer lebendigen, personifizierten Bezeichnung, die die Klientin wählt (z. B. "Der Nebel", "Der Kritiker", "Die Sorge").
  2. Frage nach dem Einfluss des Problems: "Wann taucht die Sorge typischerweise auf? Was sagt sie dir?"
  3. Erkunde den Einfluss der Person auf das Problem: "Gibt es Momente, in denen du die Sorge nicht das Ruder übernehmen lässt?"
  4. Halte die externalisierte Sprache konsequent durch – nutze sie selbst und lade die Klientin ein, sie ebenfalls zu verwenden.
  5. Vermeide es, während dieser Arbeit auch nur wohlwollend in Identitätsbegriffen zu etikettieren ("du bist ängstlich").

Evidenz

Externalisierung ist der grundlegende Schritt der narrativen Therapie und erscheint in Fallstudien und qualitativer Forschung als verbunden mit reduzierter Scham und gesteigerter Handlungsfähigkeit. Die systematische Evidenz ist durch kleine Studiengrößen und qualitative Methodik begrenzt. (clinical)

Keine große RCT hat Externalisierung als Technik isoliert untersucht; die Evidenz stammt aus klinischer Erfahrung, Fallstudien und kleinen qualitativen Studien.

Häufiger Fehler

Die externalisierte Sprache nur in formellen "Technik"-Momenten zu nutzen und danach zur Identitätsformulierung zurückzukehren ("du BIST also ängstlich") – Konsistenz ist der wirksame Mechanismus, nicht das einzelne Etikett.

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