Therapeutische Briefe

Ein schriftlicher Brief der Therapeutin an die Klientin zwischen den Sitzungen – dokumentiert Fortschritte der alternativen Geschichte, bevor sie verblassen.

Why it works

Erinnerung ist rekonstruktiv und selektiv: Ohne Eingreifen tendieren problemgesättigte Darstellungen dazu, sich zwischen den Sitzungen wieder durchzusetzen, weil sie mehr Wiederholung hinter sich haben. Ein therapeutischer Brief, geschrieben von der Therapeutin (oder von der Person selbst), der zusammenfasst, was in der Sitzung entstanden ist, fungiert als Anker zwischen den Sitzungen – ein konkretes, wiederlesbares Dokument, das die alternative Geschichte in den eigenen Worten der Person bewahrt und zu dem man zurückkehren kann, wenn die Problemgeschichte wieder dominiert.

How to do it

  1. Notiere am Ende einer Sitzung, in der bedeutsames Material der alternativen Geschichte entstand, die wichtigsten einzigartigen Ergebnisse und bevorzugten Qualitäten in einem kurzen Brief.
  2. Schreibe in der Stimme und Sprache der Person – verwende Formulierungen, die sie tatsächlich gesagt hat.
  3. Stelle im Brief Fragen, mit denen sich die Person bis zur nächsten Sitzung auseinandersetzen kann.
  4. Lade die Person ein, ihren eigenen Brief an ihr zukünftiges Ich zu schreiben, aus der Perspektive der erreichten Fortschritte.
  5. Lies den Brief zu Beginn der nächsten Sitzung als Teil der erneuten Auswertung wieder.

Evidenz

Whites und Epstons ursprüngliche Arbeit dokumentierte, dass Klientinnen therapeutische Briefe hoch schätzten und einschätzten, sie seien "wert" wie mehrere zusätzliche Sitzungen. Dies ist klinisch und anekdotisch; keine kontrollierte Studie hat therapeutische Briefe unabhängig untersucht. (anecdotal)

Die Evidenz für Briefe stammt aus Befragungen und Selbstauskünften von Klientinnen; kontrollierte Vergleiche fehlen. Der Mechanismus (externalisierte, wiederlesbare alternative Geschichte) ist theoretisch fundiert.

Quellen

  • Epston (1994), "Extending the conversation" — clinical case and survey data on value of therapeutic letters

Häufiger Fehler

Briefe in klinischer, professioneller Sprache statt in den Worten der Person zu schreiben – ein Brief, der sich wie ein Verlaufsbericht liest, trägt nichts von dem relationalen Gewicht eines Briefes, der klingt wie sie selbst.

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