Sicherheitsverhalten ausblenden, praktisch angewendet
Wie Vermeidung in Verkleidung die Angst am Leben hält – und wie man sie abbaut
Was ist Sicherheitsverhalten und wie baut man es ab?
Sicherheitsverhalten sind Handlungen, die Menschen ausführen, um gefürchtete Ergebnisse in angstauslösenden Situationen zu verhindern – sich hinsetzen, um nicht ohnmächtig zu werden, Augenkontakt vermeiden, um weniger sozial bedrohlich zu wirken, wiederholt kontrollieren, um Katastrophen zu verhindern. Paul Salkovskis identifizierte sie als zentralen Aufrechterhaltungsmechanismus: Sie verhindern, dass die Person lernt, dass das gefürchtete Ergebnis ohnehin nicht eingetreten wäre. Das Ausblenden dieser Verhaltensweisen – ihre systematische Reduktion – ist ein evidenzgestützter Bestandteil der KVT bei Angststörungen, mit der stärksten Evidenz bei Panik und sozialer Angst.
Sicherheitsverhalten ist Vermeidung in Verkleidung. Es erlaubt der Person, gefürchtete Situationen zu betreten, während es weiterhin das Lernen verhindert, das die Angst auflösen würde. Salkovskis’ Einsicht war, dass Exposition allein nicht ausreicht – wenn die Person Sicherheitsverhalten durch die Exposition mitführt, wird das nicht-katastrophale Ergebnis dem Verhalten zugeschrieben („ich bin nicht ohnmächtig geworden, weil ich mich an der Wand festgehalten habe“) statt der Erkenntnis, dass die Angst unbegründet ist. Das Ausblenden der Verhaltensweisen ist das, was Exposition in echte Widerlegung verwandelt.
Übungen
- Ihr Sicherheitsverhalten-Inventar kartieren
Listen Sie jede Handlung auf, die Sie ausführen, um gefürchtete Ergebnisse in angstauslösenden Situationen zu verhindern.
- Ein Widerlegungsexperiment ohne das Sicherheitsverhalten durchführen
Betreten Sie die gefürchtete Situation ohne das Sicherheitsverhalten und beobachten Sie, was tatsächlich passiert.
- Rückversicherungssuche abbauen
Reduzieren Sie schrittweise, wie oft Sie bei anderen Rückversicherung suchen, dass das Gefürchtete nicht passiert.
- Eine Vermeidungshierarchie aufbauen und systematisch durcharbeiten
Listen Sie alle Situationen auf, die Sie wegen Angst vermeiden, von am wenigsten bis am meisten beängstigend, und arbeiten Sie die Liste dann hoch.
- Verdeckte mentale Sicherheitsverhalten reduzieren
Identifizieren und bauen Sie die mentalen Handlungen ab – Proben, Planen, Ablenkung –, die dieselbe Funktion wie offene Vermeidung erfüllen.
- Die Abhängigkeit von einer Begleitperson abbauen
Betreten Sie gefürchtete Situationen schrittweise mit abnehmender Unterstützung durch eine Person, die eine Sicherheitsquelle war.
- Von „Katastrophe verhindern“ zu „mit Unbehagen umgehen“ umdeuten
Verschieben Sie das Ziel beim Betreten gefürchteter Situationen von Katastrophenverhinderung zu Toleranzübung.
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